Depressionen

Beschreibung der Symptome
In depressiven Phasen leiden die Betroffenen unter Gefühlen der Hoffnungslosigkeit, der Schuld, der Verzweiflung und der Trauer. Negative Gedanken herrschen vor. Depressiv Erkrankte entwickeln in vielen Fällen eine pessimistische Einstellung gegenüber sich selbst, den eigenen Fähigkeiten, dem eigenen Aussehen und der Zukunft, verbunden mit starker Grübelneigung. Permanente Selbstkritik, Konzentrationsprobleme und Suizidgedanken sind häufig. Die Betroffenen sind nur schwer davon zu überzeugen, dass sie eine Krankheitsepisode durchleben, die in den meisten Fällen gut zu behandeln ist. Depressive Menschen vermeiden soziale Kontakte, stellen Hobbys ein, können ihre Arbeit nicht mehr bewältigen und ziehen sich ins Bett zurück. Schlaflosigkeit mit Früherwachen, Appetitstörung mit Gewichtsverlust, Verlust von sexuellem Interesse, schnelle Ermüdung und vielfältige körperliche Beschwerden gehören zu den möglichen somatischen Begleiterscheinungen einer depressiven Störung.

Die Behandlung der Depression
Bei mittelschweren und schweren depressiven Störungen hat sich eine kombinierte Behandlung von Psychopharmaka und Psychotherapie als die Methode der Wahl herausgestellt.
Dabei ist die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie bisher am besten untersucht und am deutlichsten nachgewiesen. Im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie findet zunächst eine ausführliche Diagnostik statt, in der der Psychotherapeut die individuell auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen der Depression analysiert. Anschließend wird mit dem Patienten ein Erklärungsmodell seiner Störung erarbeitet und ihm wird vermittelt, an welchen Stellen er Veränderungsmöglichkeiten besitzt. In den therapeutischen Sitzungen, die in der Regel einmal wöchentlich stattfinden, werden konkrete Verhaltens-änderungen gemeinsam geplant und deren Auswirkungen auf die Depression besprochen. Die notwendigen Verhaltensänderungen können sich auf die Bereiche Denken, Fühlen und Handeln beziehen. Die im folgenden angeführten therapeutischen Strategien sind nicht vollständig und sollen nur einen Einblick in die möglichen Therapiebestandteile vermitteln.
Denken: Im Bereich des Denkens kommt es häufig vor, dass depressive Patienten von automatisierten, negativen Gedanken erfüllt sind, die objektiv unzutreffend und deutlich zu pessimistisch sind. Der Betroffene ist sich dieser negativen Gedanken und deren Wirkung auf sein Empfinden häufig nicht bewusst. Im Rahmen der Therapie kann es in diesem Fall darum gehen die zentralen depressionsfördernden Gedanken zu identifizieren und deren Wahrheitsgehalt in den therapeutischen Gesprächen zu analysieren. Hierbei ist es wesentlich, den Patienten nicht überreden zu wollen, sondern ihn bei einer kritischen Auseinandersetzung mit den normalerweise automatisch ablaufenden negativen Gedanken zu unterstützen. Wenn in den therapeutischen Gesprächen eine Bearbeitung der negativen Gedanken erfolgt ist, geht es im nächsten Schritt darum, das Auftauchen dieser Gedanken im Alltag bewusst zu erleben. Durch die Kombination dieser beiden Prozesse ist mittelfristig eine Distanzierung von den negativen Gedanken zu erreichen.
Fühlen: Im Bereich der Gefühle kommt es häufig vor, dass auftretende Emotionen wie Angst oder Trauer als sehr bedrohlich erlebt werden. Die Betroffenen versuchen, diese Gefühle zu vermeiden, wodurch eine wirkliche Verarbeitung häufig nicht möglich ist. Die verdrängten Gefühle blockieren das Erleben des Patienten wodurch, ihm alle Tätigkeiten sinnlos und leer vorkommen. Aus der Forschung der klinischen Psychologie steht umfangreiches Wissen über den Umgang mit solchen Emotionen zur Verfügung. Diese Kenntnisse werden mit dem Patienten im Rahmen der Therapie auf die individuelle Problematik angewandt. Ziel ist es hierbei mit den bedrohlichen Emotionen so umgehen zu lernen, dass eine wirkliche Verarbeitung möglich und der Patient frei für neue positive Empfindungen wird.
Handeln: Im Bereich des Handelns hat es sich gezeigt, dass viele depressive Patienten in einen Teufelskreis hineingeraten. Sie fühlen sich kraftlos und leer. Alltäglich Aktivitäten erleben sie als belastende Pflichten, soziale Kontakte als anstrengend, sodass sie sich mehr und mehr zurückziehen. Kurzfristig erscheint dieser Rückzug für die Betroffenen erleichternd. Mittel- und langfristig verstärkt das Fehlen von sozialen Kontakten, Anregungen und Impulsen jedoch die depressive Verstimmung. Die Folge ist ein noch weiter gehender Rückzug mit noch größerem Kontaktverlust, der in totaler Isolierung und Passivität enden kann. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass ein Ausbrechen aus diesem Teufelskreis durch den Aufbau von angenehmen, positiven Aktivitäten und den Abbau von belastenden, negativen Aktivitäten möglich ist.

Die Dauer eine kognitiven Verhaltenstherapie beträgt in der Regel 30-50 Therapiestunden.

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